Die Liebe und ihr oft trauriges Ende

Wir kennen alle das Gefühl der frischen Liebe. Man will das Bett des Partners nicht mehr verlassen und die Gedanken kreisen so umeinander, dass die restliche Welt aufhört zu existieren. In der heutigen Zeit erlebt man dieses frische Liebes-Gefühl leider immer öfter mehrmals im Leben. Das hat natürlich auch sein Gutes, jedoch liegt ein Schlussmachen zwischen zwei Liebschaften. Dabei können die Gefühle ebenso Achterbahn fahren, wie beim Verlieben – nur ist man dabei dann plötzlich allein. Also ausgerechnet am Valentinstag Schluß machen?

So wunderbar die Partnerschaft auch war, bei der Beendigung kann es immer sehr ekelhaft werden. Es besteht nämlich meist ein Ungleichgewicht der Gefühle und wie sich das auswirken kann, wollen wir uns hier kurz ansehen und ein paar weitere typische Formen des „Schlussmachens“ besprechen. In vielen Fällen treten zwar eher Mischformen auf, aber trauriger Weise sollten wir viele dieser Verhaltensweisen wiedererkennen.

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Schluß machen? Flucht und Verfolgung

Es gibt viele konfliktscheue Menschen und diese können mehr Schmerz bei einer Trennung auslösen, als sie jemals durch die ständige Flucht vor Streit vermieden haben. Oft wird die Entscheidung zur Beendigung der Beziehung allein getroffen. Das zeigt schon, dass nicht mehr als ein gemeinsames Paar gedacht und agiert wird, sondern die emotionalen Mauern zur Umwelt wieder aufgebaut wurden. Leider wird der Partner dann vor vollendete Tatsachen gestellt.

Im Vorfeld dieser vollendeten Tatsachen spürt der Lebenspartner meist eine gewisse Abwesenheit. Diese kann tatsächlich physisch sein, indem Geschäftsreisen immer länger dauern oder die Urlaubsplanung plötzlich nicht mehr zu zweit geschieht. Gerade diese Flucht vor den eigenen Gefühlen und der Person, mit der man einmal alles geteilt hat, kann zu einem besonderen Leidensdruck führen. Jene Hälfte der Partnerschaft, die tatsächlich noch verliebt ist, wird in eine Verfolgerrolle gezwungen. Sie merkt zwar den zunehmenden Abstand, aber überzeugt sich selbst davon, die gewohnte Nähe irgendwie wieder aufbauen zu können. Manchmal wird dies sogar noch möglich sein, aber gibt es kein Happy End, dann hat man schon vor dem „Schlussmachen“ durch zunehmende Hilflosigkeit lange gelitten.

Gerade diese Verfolgerrolle kann auch dazu führen, dass der Partner noch mehr auf Abstand geht und sich plötzlich in seiner Einschätzung bestätigt sieht, dass er nicht das Eigentum des Lebenspartners ist. Das Traurigste an dieser Art der Trennung sind aber die ungleichen Gefühle. Der verfolgende Teil des Paares sieht die zwei Personen noch als eine Einheit, während der fliehende Teil sich schon lange von diesem Weltbild verabschiedet hat.

Ein kleiner Tipp: Die Flucht für eine Weile zulassen. Mit etwas Freiheit im Rücken erinnert sich der Partner auch wieder an die wohltuenden Umarmungen in der Partnerschaft (Achtung, ob bereits eine andere Affäre begonnen hat).

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Schluß machen? Rache klingt nur süß

Diese Gefühlsschere, die wir bei Flucht und Verfolgung gesehen haben, kann bei dem noch liebenden Partner sehr schnell in großen Hass umschlagen, während der andere Partner plötzlich gar nicht mehr versteht, warum so viel Zorn über ihn hereinprasselt. Wir haben schon angedeutet, dass sich die Flucht und Verfolgung oft durch Menschen ergibt, die sehr konfliktscheu sind. Folglich vermeiden solche Menschen es vielleicht überhaupt einen Schlussstrich zu ziehen. Sie begeben sich nur auf die Flucht und warten mehr oder minder passiv auf eine Reaktion.

Sollte der Partner jedoch ein Verfolger gewesen sein und dies über einige Zeit gemacht haben, dann kann sich viel Hass bei ihm anstauen, da er mehr und mehr seine guten Absichten als ergebnislose Mühen abschreiben muss. Welch ein Vulkan sich hier ergibt, bemerkt die fliehende Person oft gar nicht – von den Ergebnissen haben wir aber schon alle gehört.

Scheidungsanwälte verdienen sich durch genau diesen Umstand eine goldene Nase und die Kinder, falls vorhanden, sind meist die Leidtragenden, da sie als Spielbälle der Rache missbraucht werden. Durch die Partnerschaft hat man meist die verborgensten Schwachstellen seines Ex oder seiner Ex kennen gelernt und diese werden plötzlich als Waffe eingesetzt. Es kann sich dabei um Geld, um Kinder oder einfach nur um bestimmte Geheimnisse handeln. Man sieht also, dass Flucht und Verfolgung viele Facetten der Tragik in sich tragen.

Der Rache-Typus kann aber auch ohne dieses Fluchtverhalten auftauchen. Jedoch gibt es fast immer ein emotionales Ungleichgewicht, welches zu diesem Zorn führt. Eine Seite fühlt sich betrogen. Sie meint mehr investiert, mehr geliebt oder mehr Vertrauen geschenkt zu haben. Vielleicht ist die Trauer auf der einen Seite einfach nur viel größer und wenn man sieht, wie der ehemalige Liebling schon lange mit seinem oder ihrem Leben fortfährt, dann erscheint einem das unfair – und manche Menschen retten sich in Rachegedanken.

Ein kleiner Tipp: Rache wird praktisch nie dazu führen, dass die Beziehung wieder entsteht. Es wird nur eine größere Schlucht geschaffen.

Die faire Trennung

Natürlich wird es nicht immer furchtbar und schrecklich bei einer Trennung. Der Schmerz, der durch die Aufspaltung einer Einheit namens Liebespaar erzeugt wird, muss nicht unnötig verstärkt werden. In manchen Fällen kann er sogar gelindert werden, wenn beide Teile der Partnerschaft durch andauernde Kommunikation zur gleichen Erkenntnis gekommen sind. In diesen Fällen ist für beide die Liebe gleichermaßen nicht mehr die oberste Priorität.

Vielleicht führt eine berufliche Chance zu einer geographischen Umorientierung und man sieht keinen Sinn in einer Fernbeziehung. Vielleicht ist ein starkes verbindendes Element weggefallen und man möchte einen klaren Schlussstrich erreichen. In jedem Fall hegen beide Partner die gleichen Gefühle und teilen sich dies irgendwie auch mit. Das kann in einem Gespräch erfolgen oder einfach nur durch entsprechende Taten, die aber von beiden Seiten unverblümt verstanden werden.

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Eigentlich würde sich jeder gerne eine solche Trennung wünschen und wenn sie irgendwo möglich wäre, dann bei einer Liebesbeziehung, denn man hat sich zumindest zum Start auf der gleichen Seite im Buch des Lebens befunden und sich blind verstanden. Doch es ist schwierig, über längere Zeit ganz identische Schwingungen beizubehalten und wenn sich Menschen an mehr und mehr Tagen unterschiedlich fühlen, dann ist jede Art der Trennung wahrscheinlich – nur nicht die faire Trennung.

Ein kleiner Tipp: Sprecht euch zuerst in der Partnerschaft aus, aber dann später durchaus auch im Freundeskreis mit offenen Karten spielen – vielleicht bleibt man dann wirklich in Kontakt.

Klagen, Klagen, nichts als Klagen

Ein ständiger Tenor aus Beschwerden und Verbesserungswünschen gehört zu manchen Beziehungen so direkt dazu, dass man dies kaum als eine Art des „Schlussmachens“ bezeichnen darf. Doch kann es sich dabei um eine sehr langsame und schleichende Methode handeln, um eine Beziehung zu beenden. Dabei gibt es Parallelen, aber auch Unterschiede bei Flucht und Verfolgung.

Eine Seite hat bestimmt mehr Zuneigung für den Partner als die andere, und das ständige Meckern ist ein Ausdruck davon. Jedoch hat der Partner durchaus auch noch Liebe für seinen Partner in sich, aber sehnt sich nach einer gewissen Balance. Die Schere der Gefühle klafft nicht so weit auseinander, aber das Fundament wird langsam immer mehr und mehr aufgeweicht. Die Seite, die sich ständig beklagt, wird hier eher seltener den Schlussstrich ziehen, aber die „schlechtere“ Hälfte fast zu diesem Schritt nötigen. Dabei wird es die meckernde Seite fast nie einsehen, welchen Fehler sie begeht, da sie ja jeden „guten Rat“ nur als Wohltat ansieht. Eine Beziehung kann nur funktionieren, wenn auch ein gewisses Maß an Unabhängigkeit und Freiheit eingeräumt wird. Das sollte man bei jeder Wohltat bedenken.

Die Flüsterer

Ein weiterer trauriger Fakt sind die Entscheidungen, die man nicht so wirklich aus eigenem Antrieb trifft. Oft wird man von Freunden oder anderen Menschen zu einer Entscheidung bewegt, die man alleine nie erwogen hätte oder die man sich zumindest nicht getraut hätte. Hierzu könnte eine Affäre zählen, wenn diese nicht aus Rache gegenüber der fliehenden Person eingegangen wurde. In anderen Fällen verstehen es Freunde und Familie sehr gut, mit kleinen Informationsstücken Makel an der Beziehung zu vermitteln oder einfach ihren Einspruch einzulegen. Da man noch ein soziales Umfeld neben der Beziehung hat, können diese Einflüsse sehr schnell zu einer Flucht oder zur Meckerei und über diese Wege zur Trennung führen. Leider ist der Partner in diesen Fällen schon sehr benachteiligt, wodurch man zumindest eine faire Trennung erwägen sollte.

Ein kleiner Tipp: Manche Menschen werden einen Einwand gegen jede Beziehung finden. Die Menschen aus dem sozialen Umfeld, die selten etwas zu sagen haben, tun dies mit mehr Bedacht.

Aber Achtung: Jeder ist anders

Jeder wird schon von diesen Trennungstypen gehört haben oder sie am eigenen Leib erlebt haben. Doch jeder bleibt auch ein Individuum und so werden sich viele dieser Typen einfach in Einzelfällen mischen. Es ist sogar so, dass man vielleicht die eine Trennung ganz fair durchführt und bei der nächsten wieder auf Rache sinnt. Man ändert sich auch über die Zeit und so bleibt keine Art des „Schlussmachens“ für einen reserviert. Manchmal erscheint es einem, als ob man zu viele Gefühle investiert hätte und manchmal traut man sich nicht wirklich, seine mangelnden Gefühle einzugestehen und geht lieber auf die Flucht.

Aus diesem Grunde sollte man seinem Partner auch die etwas unschöneren Arten der Trennung verzeihen können, denn es kann einen selbst auch so erwischen und man findet sich in der Position des Rachesuchenden wieder. Denn eines bleibt selbst nach einer ekelhaften Trennung gewiss: Die Liebe wird wieder einen Weg in jedes Herz finden und der Valentinstag ist immer eine gute Gelegenheit dafür.

Schluß machen, aber richtig? Hier ein paar Links zum Thema:
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Richtig Schluss machen
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